Erdöl oder Sonnenöl?

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Vergangenen Freitag gingen rund 30.000 Menschen in Arrecife de Lanzarote auf die Strasse, um dagegen zu protestieren, dass die spanische Regierung in Gestalt ihres Ministers für Industrie, Energie und Turismus, José Manuel Soria, Bohrungen vor den Küsten von Lanzarote und Fuerteventura anstrebt. Dies allerdings, ohne die Canarios zu fragen, was sie denn selbst davon halten.

Und dies ausserdem offenbar ohne eine realitätsnahe Einschätzung von Risiken und Nutzen, sowie mit zumindest zweifelhafter Argumentationsführung:

“Die Risiken für einen aus der Ölförderung resultierenden Schaden für die Kanarischen Inseln gehen gegen null” lesen wir da beispielsweise. Und auch von Arbeitsplätzen ist die Rede, die da geschaffen werden sollen. Vermutlich sind damit die 50 bis 100 Spezialisten gemeint, die offshore eingesetzt werden.

Wer hat sich das eigentlich ausgedacht, die Ministerien von Industrie und Eneregie einerseits, das für Turismus andererseits zusammenzulegen? Welcher hoch bezahlte politische Koordinator denkt sich so etwas aus?

Und wie kann ein politischer Dienstleister das Volk, das ihn bezahlt, für so

dumm verkaufen und die im Zusammenhang mit Ölförderung geschehenen Unfälle etc. kaschieren? Noch dazu in einem Gebiet, das seismische Aktivitäten en masse produziert? Fukushima wurde auch an einem Ort erbaut, der für Flutwellen prädestiniert ist… .

Andererseits fahren mehrere tausend Menschen mit ihrem Auto zur Demonstration in Arrecife, werden Liter um Liter von Benzin von faulen und eigensinnigen Menschen verschwendet, werden nach wie vor Plastiktüten bis zum Gehtnichtmehr produziert… . Wer geht da auf die Strasse und demonstriert gegen die (notwendige) Energiegewinnung? Man bedenke: wenn Spanien nicht bohrt, dann bohrt Marokko. Und viellleicht ja unter chinesischerÄgide? Na, denen ist der wunderschöne Papagayo-Strand sicher noch mehr “wurscht” als den Spaniern, und ebenso die Fische, die Taucher, das Trinkwasser, die Arbeitsplätze… .

Es gilt ganz generell zu fragen, wie wir Menschen mit unserem Bedarf an Energie umgehen wollen. Wie wir mit “Mutter Erde” umgehen möchten – aber nicht nur von Seiten der Machtelite, sondern angefangen in unseren Haushalten. Dies Thema ist beileibe nicht neu und sicher hat sich auch schon eine Menge getan, aber aufs Autofahren, sei es nur um die Ecke zum Lebensmittelladen, verzichtet weiterhin kaum jemand.

Als Resident von Lanzarote kann und werde ich es nicht hinnehmen, dass die Politik mich und meine Nachbarn verschaukelt, dass eine gewählte Regierung, mich und uns repräsentierend, über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen zu treffen bereit ist, die der Wähler keineswegs mit tragen würde. Gleichzeitig aber muss ich noch stärker meinen eigenen kleinen Beitrag leisten, um meinen eigenen Aktionen Berechtigung zu verleihen und die nicht als plumpen Aktionismus ad absurdum zu führen.

 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Vera Christ sagt:

    Ich hoffe sehr das es keine Erdölförderung bei den Canarischen Inseln geben wird. Niemals !

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